Language:
Startseite Erbkrankheiten Hund Katze Pferd Rind Schwein Fellfarben Abstammung Rassezuordnung Tierartendifferenzierung Geschlechtsbestimmung Vogel Untersuchungsantrag Kontakt Versandmaterial FAQs Zuchtverbände

















 





Primäre Linsenluxation (PLL)

Rasse

Chinese Crested, Jack Russell Terrier, Jagd Terrier, Lancashire Heeler, Miniature Bul Terrier, Parson Russell Terrier, Patterdale Terrier. Rat Terrier, Sealyham Terrier, Tibet Terrier, Toy Fox Terrier, Volpino Italiano, Welsh Terrier.

Erkrankung

Die Linse wird von den sog. Zonulafasern an ihrem Platz im Auge gehalten. Fehlt dieser Halt, kann sich die Linse verschieben oder luxieren. Hierdurch kann es in der Folge  zu schmerzhaften Glaukomen und völliger Erblindung kommen. Die Ursache für die Primäre Linsenluxation (PLL) kann angeboren oder erworben sein. Daher kann auch bei einem genetisch nicht betroffenen Hund eine Linsenluxation auftreten. Im Falle der genetisch bedingten Form der PLL kann man bereits im Alter von 20 Monaten Veränderungen in der Struktur der Zonulafasern nachweisen, die Luxation erfolgt typischerweise im Alter zwischen 3 und 8 Jahren. 

Mutation und der Erbgang

Die dem Defekt zugrunde liegende Mutation kann nun mittels eines DNA-Test nachgewiesen werden. PLL wird autosomal-rezessiv vererbt.
Das bedeutet, dass ein Hund nur erkrankt, wenn er je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen. Es wurden jedoch auch vereinzelt erkrankte Hunde mit heterozygotem Genotyp gefunden. Man geht davon aus, dass etwa 2-10% der Träger im Laufe ihres Lebens an PLL erkranken. Träger haben also ein (wenn auch nur geringes) Risiko, an PLL zu erkranken.

Es gibt drei Genotypen:

1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieser Hund trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an PLL zu erkranken. Er kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.

2. Genotyp N/PLL (heterozygoter Träger): Dieser Hund trägt eine Kopie des mutierten Gens. Er hat ein geringes Risiko an PLL zu erkranken, kann die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an seine Nachkommen weitergeben.

3. Genotyp PLL/PLL (homozygot betroffen): Dieser Hund trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an PLL zu erkranken. Er wird die Mutation zu 100 % an seine Nachkommen weitergeben.

Ein DNA Test ermöglicht den direkten Nachweis der verantwortlichen Mutation. Die DNA-Analyse ist unabhängig vom Alter des Tieres möglich und kann bereits bei Welpen durchgeführt werden. Es ist nicht nur eine Unterscheidung von betroffenen und mutationsfreien Tieren möglich, mit Hilfe des Gentests können auch klinisch unauffällige Träger identifiziert werden, was für die Zucht von großer Bedeutung ist.
Um eine maximale Testsicherheit zu bieten, erfolgt die Untersuchung jeder Probe in zwei voneinander unabhängigen Testansätzen. 
 

Material

0,5 - 1ml EDTA-Blut, Backenabstrich (2 Tupfer pro Tier)

Methode

Realtime PCR

Testdauer

Der Test wird bei uns mehrmals wöchentlich angesetzt. Das Ergebnis liegt etwa 3-5 Arbeitstage nach Erhalt der Probe vor.

Anmerkung

Bei der Einsendung von Backenabstrichtupfern muss beachtet werden, dass der Abstrich nicht zu zaghaft durchgeführt wird, da sonst nicht ausreichend Material für die Untersuchung zur Verfügung steht. Der Backenabstrich sollte mit von uns kostenlos erhältlichen Wattetupfern durchgeführt werden, eine Anleitung zur Probenentnahme liegt bei.

Weitere Auskünfte erhalten Sie gerne bei

Frau Dr. Petra Kühnlein oder Frau Dr. Ines Langbein-Detsch
LABOKLIN GmbH und Co.KG
Steubenstraße 4
D-97688 Bad Kissingen
 
Tel. 0971 /72020 oder Fax: 0971 / 7202995
Email: labogenlaboklin.de