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Nachweis der von Willebrand Erkrankung (VWD) mittels DNA-Test

 

Seit kurzem bietet das Labor LABOKLIN in Bad Kissingen einen Gentest zum Nachweis der von Willebrand Erkrankung bei Dutch Kooiker, Dobermann, Manchester Terrier, Pudel, Deutschem Pinscher, Berner Sennenhund und Pembroke Welsh Corgi (Typ I), beim Deutsch Drahthaar (Typ II) und bei Scotch Terrier und Sheltie (Typ III) an.

Die von Willebrand Erkrankung und ihre Hauptformen

Die von Willebrand Erkrankung (vWD) ist die häufigste vererbte Blutgerinnungsstörung von unterschiedlichem Schweregrad, die aus einem defekten oder gar fehlenden von Willebrand Faktor (vWF) im Blut resultiert. Der vWF ist ein wichtiger Faktor der Blutgerinnung. Ein fehlender oder defekter vWF hat zur Folge, daß betroffene Tiere bei Verletzungen sehr lange nachbluten und u.U. verbluten können. Die Blutungen betreffen Schleimhautoberflächen, verschlimmern sich durch physischen und psychischen Streß und andere Krankheiten.

Typische Anzeichen sind: Wiederholte Magen-Darm-Blutungen, mit oder ohne Durchfall, Nasenbluten, Zahnfleischbluten, verlängerte Blutung bei der Läufigkeit, Lahmheiten durch Blutungen in den Gelenken, Hämatome auf der Körperoberfläche, exzessive Blutungen von zu kurz geschnittenen Nägeln, nach dem Kupieren der Rute oder nach Operationen.

Man unterscheidet drei verschiedene Formen dieser Erkrankung (Typ 1, Typ 2 und Typ 3). Typ 3 vWD ist die schwerste Form dieser Erkrankung. Nach derzeitigem Stand der Forschung sind der Dobermann, der Manchester Terrier der Pudel, der Deutsche Pinscher, der Berner Sennenhund und der Pembroke Welsh Corgi vom Typ 1, der milden Form der Erkrankung betroffen. Die Ausprägung dieser Form kann von leichten Blutungen bis hin zu lebensbedrohlichen Blutverlusten, sogar innerhalb einer Familie, reichen. Die vWD Typ 2 und 3 wird autosomal-rezessiv vererbt, während die vWD Typ 1 autosomal-dominant mit variabler Penetranz vererbt wird.

Die Bestimmung des von Willebrand Faktors

Bislang wurden erkrankte Tiere oder Anlageträger mittels eines vWF-Antigentests (ELISA) ermittelt. Diese Tests haben eine gewisse Schwankungsbreite in Abhängigkeit beispielsweise von Hormonspiegel, Impfung, Alter und verschiedenen anderen Faktoren. Während dieser Test von der Erkrankung betroffene Hunde relativ zuverlässig identifizieren kann, bereitet die Identifizierung von Tieren, die ein Defektgen tragen meist Probleme.
vWD1 beim Hund

 

vWD2 beim Hund

Der DNA-Test und seine Vorteile

Durch diesen Test kann die die Erkrankung auslösende Mutation direkt sichtbar gemacht werden. Zunächst wird aus einer Blutprobe die DNA, d.h. das Erbgut, des Hundes isoliert. Mittels der sogenannten Polymerase-Kettenreaktion wird dann das betroffene Gen millionenfach vervielfältigt, um es leichter analysieren zu können. Anschließend wird automatisch mit Hilfe eines sog. Genetic Analyzers die Erbsequenz gelesen.

Darüber hinaus kann der Test in jedem Alter durchgeführt werden und ermöglicht die sichere Unterscheidung von Gesunden, heterozygoten (mischerbigen) Tieren (ein Defektgen vorhanden) und Erbkranken. Mittels der Information, die der DNA-Test bietet, ist der Züchter in der Lage, durch den gezielten Zuchteinsatz getesteter Tiere die Erkrankung aus der Population zu entfernen.

Der Gentest trifft keine Aussage bezüglich den Beginn und Schweregrad der Erkrankung.

Probenmaterial

Für den DNA-Test werden ca. 1,0 ml EDTA-Blut oder ein Backenabstrich benötigt. Der Backenabstrich muß mit von uns kostenlos erhältlichen Spezialbürsten durchgeführt werden. Dabei ist zu beachten, daß der Abstrich nicht zu zaghaft durchgeführt wird, da sonst nicht ausreichend Material für die Untersuchung zur Verfügung steht.

Weitere Informationen erhalten Sie bei:

Dr. Petra Kühnlein, Dr. Ines Langbein-Detsch
Laboklin GmbH
Steubenstrasse 4
97688 Bad Kissingen

Tel.: 0971/72020 Fax: 0971/7202-995
Email: labogenlaboklin.de