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OLWS (Der Tödliche Weiße Overodefekt)

Rasse

American Paint Horses mit Overo-Frame-Scheckung

Die Erkrankung

Das „overo lethal white syndrome“ (OLWS) ist ein autosomal rezessiv vererbter, letaler Defekt, der hauptsächlich bei Verpaarung von Overo-gescheckten Paint Horses auftritt. Träger der Mutation am Endothelin-B-Rezeptor-Gen können aber auch Miniaturpferde, Araberkreuzungen, Vollblüter, QH, Mustangs sowie nicht typisch gezeichnete Tobiano Paint Horses sein.
Betroffene Fohlen werden völlig weiß geboren und weisen eine intestinale Aganglionosis auf. Aufgrund des resultierenden funktionalen Ileus entwickeln die Fohlen schwere Koliken und sterben meist nach 24 bis 48 Stunden.
Cave: nicht jedes weiß geborene Fohlen der in Frage kommenden Rassen ist (homozygoter) Merkmalsträger.

Mutation und der Erbgang

OLWS wird durch eine Deletion im Gen, das für den Endothelin-Rezeptor B kodiert, verursacht. Die Erkrankung wird autosomal rezessiv vererbt.
Das bedeutet, daß ein Pferd nur erkrankt, wenn er je ein betroffenes Gen von Vater und Mutter erhalten hat. Es müssen also sowohl Vater- als auch Muttertier das mutierte Gen tragen.
Träger, d.h. Tiere mit nur einem betroffenen Gen, können zwar selbst nicht erkranken, geben aber die Erbanlage mit einer Wahrscheinlichkeit von 50% an ihre Nachkommen weiter. Bei der Verpaarung von zwei Trägern besteht die Gefahr, daß die Nachkommen von der Erkrankung betroffen sind. Deshalb sollte niemals ein Träger mit einem anderen Träger verpaart werden.
 
Es gibt drei Genotypen:
 
1. Genotyp N/N (homozygot gesund): Dieses Pferd trägt die Mutation nicht und hat ein extrem geringes Risiko an LWO zu erkranken. Es kann die Mutation nicht an seine Nachkommen weitergeben.
 
2. Genotyp N/LWO (heterozygoter Träger): Dieses Pferd trägt eine Kopie des mutierten Gens. Es hat ein extrem geringes Risiko an LWO zu erkranken, kann die Mutation aber mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 % an seine Nachkommen weitergeben. Ein solches Pferd sollte nur mit einem LWO mutationsfreien Pferd verpaart werden.
 
3. Genotyp LWO/LWO (homozygot betroffen): Dieses Pferd trägt zwei Kopien des mutierten Gens und hat ein extrem hohes Risiko an LWO zu erkranken.

DNA Test

Ein DNA Test ermöglicht den direkten Nachweis der verantwortlichen Mutation. Die DNA-Analyse ist unabhängig vom Alter des Tieres. Es ist nicht nur eine Unterscheidung von betroffenen und mutationsfreien Tieren möglich, mit Hilfe des Gentests können auch klinisch unauffällige Träger identifiziert werden, was für die Zucht von großer Bedeutung ist.
Der DNA-Test ist nicht nur bei Overo-Schecken vor der Zucht empfohlen, sondern auch bei Rassen ohne Overo-Scheckung wie z.B. Tobiano Paint Horse, Quarter Horse und Vollblut, da nicht jeder Mutationsträger äußerlich aufgrund seiner Scheckung zu identifzieren ist.
 
Der Gentest sagt nichts über den Beginn und den Schweregrad der Erkrankung aus.

Material

Für den DNA-Test wird ca. 0,5 ml EDTA-Blut benötigt. Alternativ ist auch die Einsendung von Haaren möglich.

Methode

Sequenz-Analyse

Testdauer

Das Ergebnis liegt etwa 3-5 Arbeitstage nach Erhalt der Probe vor.

Weitere Auskünfte erhalten Sie gerne bei

Frau Dipl. Biol. Bärbel Gunreben
LABOKLIN GmbH und Co. KG,
Steubenstraße 4,
D-97688 Bad Kissingen

Tel. 0971 / 72020 oder Fax: 0971 / 7202995 oder
eMail: labogenlaboklin.de